Sie befinden sich hier:

Presse Detail

Gravierende Folgen der Pandemie für Mütter und Väter

Kuren für Mütter, Väter und deren Kinder: es geht um weit mehr als nur Erholung, es geht um die Stärkung und Wiederherstellung der Gesundheit. Wie hoch belastet Mütter und Väter gerade in der aktuellen Situation sind, zeigt sich den Kurberaterinnen des Mutter-Kind-Hilfswerkes e.V. in ihrer täglichen Arbeit ganz deutlich – und die Zahl der Kurbedüftigen steigt kontinuierlich.

Mehr als zwei Millionen Mütter brauchen nach Aussage des Mutter-Kind-Hilfswerkes e.V. eine Kur. „Diese Zahl wird, bedingt durch die Corona-Krise, noch steigen“, prognostiziert Nadine Espey, Vorstandsvorsitzende des gemeinnützigen Hilfswerkes, das Mütter - ebenso wie Väter - auf ihrem Weg zur Mutter-Kind-Kur oder Vater-Kind-Kur in allen wichtigen Fragen rund um die Kur berät und Hilfestellung bei der Beantragung und der Wahl der geeigneten Klinik bietet.

Bedenkliche Allgemeinsituation
„Rückenschmerzen, Kraftlosigkeit, Schlafstörungen, Magenbeschwerden oder drohendes Burnout sind die häufigsten Symptome, die hilfesuchende Mütter bzw. Väter angeben, die sich mit ihren Fragen zur Kur an uns wenden. Alles deutliche Anzeichen von zu viel Stress, der sich dann in mannigfaltigen Krankheitsbildern niederschlägt", weiß Espey.
Wobei sie das Wort „Kur" gar nicht gern benutzt, weil sie glaubt, dass zu viele Menschen das mit einem netten Urlaub gleichsetzen. Aber es geht um weit mehr als nur Erholung, es geht um die Stärkung und Wiederherstellung der Gesundheit. Denn bei einigen der Frauen (und Männer) haben sich schon ernsthafte Erkrankungen manifestiert: Oft sind es Angststörungen, die vorliegen oder eine Depression, die sich ankündigt. Anderen droht ein Burnout, wenn sie nicht bald Hilfe bekommen. „Nicht wenige Mütter brechen im Beratungsgespräch in Tränen aus, weil sie einfach nicht mehr können", sagt Espey.
Wie hoch belastet die Mütter und Väter sind, zeigt sich den Kurberaterinnen des Mutter-Kind-Hilfswerkes e.V. in ihrer täglichen Arbeit ganz deutlich. Denn trotz all der Emanzipation hinken der gesellschaftliche Wandel, die Strukturen der Arbeitswelt und die Angebotsdichte und -qualität in Sachen Schule, Hort und Kindergarten weit hinter den realen Bedürfnissen der Frauen hinterher. Und noch immer lastet ein Großteil der Erziehungs-, Haus- und Care-Arbeit auf Frauen - und im Job müssen sie trotzdem funktionieren.
 
Schlechter Gesundheitszustand
Der Gesundheitszustand von Eltern und Kindern, die eine Kur antreten, ist schlechter als noch vor einigen Jahren. Das geht aus unseren internen Daten hervor, berichtet die Vorstandsvorsitzende des Hilfswerkes aus ihrer Erfahrung.
Wir sprechen hier vermehrt von Reha-Fällen, so Espey, wohingegen eine Vorsorgemaßnahme bereits früher ansetzt, um Gesundheitsstörungen aktiv zu vermeiden oder zu vermindern.
Mit der Pandemie hat sich diese Situation noch verschärft, weiß Espey und führt weiter aus: „Gerade Mütter fangen nach unseren Erfahrungen auch emotional den ganzen Frust auf. Dazu kommen Sorgen, weil vielleicht der eigene Mini- oder Teilzeit-Job weggefallen ist oder der Beschäftigung der Mutter wegen der monatelangen Betreuungsanforderungen nicht mehr nachgegangen werden konnte.“

Ausgleich fehlt
On top kam, dass ein Ausgleich beispielsweise durch das Fitnessstudio, den Tennisverein, den Yoga-Kurs oder die Frauengruppe in der Gemeinde wegfielen. Auch all die kraftspendenden sozialen Kontakte und Strukturen waren allerorts ausgesetzt. In gleichem Maße gilt das auch für Familien in denen der Vater - "abseits" vom klassischen Rollenmodell in der hauptsächlichen Erziehungsverantwortung steht.
„Die Kolleginnen hier im Mutter-Kind-Hilfswerk e.V. spüren ganz deutlich, dass der Bedarf an intensiven Beratungsgesprächen enorm angestiegen ist, weil die Belastung so viel höher geworden ist, die im Gespräch einfach mal raus muss", sagt die Vorstandsvorsitzende.
,,Der Druck auf die Eltern während dieser Krise war einfach zu viel." Ihrer Ansicht nach gehören Mütter und Väter zu den Verlierern der Pandemie, die jeden Tag unheimlich viel auffangen - und trotzdem immer volle Leistung bringen, funktionieren müssen.

Eine Mutter-Kind- oder Vater-Kind-Kur kann eine Lösung sein
Im Rahmen einer Mutter-Kind-Kur oder Vater-Kind-Kur wird mit verschiedenen Angeboten ein Ausgleich geschaffen: so kommen Entspannungstechniken ebenso zum Einsatz wie Physiotherapie und Gesprächsangebote in der psychosozialen Abteilung. Verordnete und freie Bewegung an der frischen Luft und aktives Abschalten durch kreativ gestalterische Angebote runden das Angebot in den Kliniken ab.
Das Konzept der gesundheitsfördernden Kurmaßnahmen wurde in den Kliniken wegen Corona selbstverständlich angepasst: mit kleineren Erwachsenen- und Kindergruppen, die sich nicht begegnen, mit versetzten Essenszeiten, mit gesteigerten Hygienemaßnahmen und vielen weiteren Sicherheitsvorkehrungen.

Viele Kliniken angeschlagen
Finanziell ist die Situation vieler Kurkliniken nach wie vor angespannt, weiß Espey aus ihren Gesprächen mit manch einer Klinikleitung. Der monatelange Einnahmenausfall im letzten Jahr riss große Löcher in die ohnehin nicht üppig gefüllten Kassen der Kliniken. Eine nach wie vor deutlich reduzierte Belegung, bei gleichzeitig gestiegenem Aufwand für Personal, Organisation und Hygienemaßnahmen lässt wirtschaftliches Arbeiten nicht zu.
„Wir können nur hoffen, dass die Mutter-Kind- und Vater-Kind-Kliniken in Deutschland hier einen langen Atem zeigen und die Krise überstehen, denn sonst stehen immer weniger der für Mütter, Väter und Kinder wichtigen Kurplätze einem weiter steigenden Bedarf für diese spezielle Kurmaßnahme gegenüber - und das darf nicht sein!“ konstatiert Espey.

Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme für Mütter, Väter und Kinder richtig beantragen:
Die notwendigen Antragsformulare erhalten Mütter und Väter bei ihrer Krankenkasse oder bei uns direkt zum Download. Der nächste Schritt ist der Gang zum Haus-/Facharzt. Nach einer gründlichen Untersuchung füllt er die notwendigen Verordnungsbögen 61, 64 oder 65 aus. Diese werden dann von dem Elternteil zusammen mit den anderen Antragsformularen bei der Krankenkasse oder bei einer Beratungsstelle wie wir es sind eingereicht. Gern sind wir bei der Beantragung der Kurmaßnahme behilflich!
Mutter-Kind- bzw. Vater-Kind-Kuren sind gesetzliche Pflichtleistungen, die gesetzliche Zuzahlung beträgt in der Regel 10,00 €/Tag für Erwachsene. Kinder sind kostenfrei. Eine Befreiung von der gesetzlichen Zuzahlung ist unter Umständen möglich.

Wir freuen uns auf Ihre Rückfragen!

Ihre Nadine Espey
Vorstandsvorsitzende

Mutter-Kind-Hilfswerk e.V.
Millberger Weg 1
94152 Neuhaus a.Inn
Tel.: 08503 9004-54
Fax.: 08503 9004-20
www.mutter-kind-hilfswerk.de